Der aktuelle Umwelttipp

In unserem Gemeindebrief erscheinen regelmäßig Umwelttipps. Hier gibt es sie zum Nachlesen.

Mai 2018: Insektenschutz und Öko-Pflanzen für Balkon und Garten

Über 3 Jahrzehnte ist die Anzahl der Insekten bei uns um 70-80% zurückgegangen – unter anderem durch hochgiftige Pestizide. Wer seine Garten- und Balkonpflanzen richtig auswählt, kann Schmetterlinge und Bienen schützen. Eine Mischung aus Wildkräutern und Blütenpflanzen bietet optimalen Lebensraum für bedrohte Arten. Pflanzen aus ökologischem Anbau sind dabei laut BUND weniger anfällig und haben meist kräftigere Wurzeln; bei Obst und Gemüse ist die Ernteperiode länger. Achten Sie auf das EU-Bio-Siegel (Lindenblatt im Sternenkreis) oder das Blüten-Logo des Qualitätssiegels "Bio-Zierpflanzen – natürlich schön". (Anbieter z. B. unter www.bio-zierpflanzen.de.)
Weitere Ideen:  Brennnesseln stehen lassen; Raupen und andere Insekten lieben das. Aus Lehm, Ton oder Löss im Garten bauen viele Insekten ihr Nest. Und auf dem Fenstersims oder im Garten lassen sich Insekten-Nisthilfen aufstellen. 
Laut plusminus sind Schnittblumen, bspw. Rosen aus Afrika, oft mit Pestiziden belastet. Teils seien diese bei uns verboten und extrem gesundheitsgefährdend – besonders für die Farmarbeiter. Dass auch fairtrade-Blumen belastet sind, zeige die Größe des Problems.Im Zweifel sollte man Schnittblumen im Restmüll entsorgen und nach dem Anfassen seine Hände waschen.Besser als importierte Rosen im Winter sind selbstverständlich regionale und saisonale Blumen. Das Label "Ich bin von hier" verspricht maximal 150 km Lieferweg zum Großmarkt.
Quellen: www.bund.net/bund-tipps/oekotipps, plusminus vom 28.03.2018

April 2018: Stifte machen Mädchen stark!

Ich möchte Ihnen heute nochmals die Aktion des diesjährigen Weltgebetstags vorstellen. 

Durch das Recycling von Stiften wird ein Team aus LehrerInnen und PsychologInnen unterstützt, das 200 syrische Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon betreut.

Für jeden gesammelten Stift erhält das Projekt vom Sponsor BIC einen Cent als Spende gutgeschrieben. Für 450 Stifte kann zum Beispiel ein Mädchen mit Schulmaterial ausgestattet werden. 

Das funktioniert so: Das ganze Jahr 2018 über können Sie leere oder defekte Schreibgeräte* in die gekennzeichneten Sammelboxen in den Vorräumen der Stammheimer Kirchen, im Bezirksrathaus und der Schule sowie auch einigen Kindergärten werfen. Die gesammelten Stifte werden vom Stammheimer Weltgebetstags-Team an die Recyclingfirma TerraCycle weitergeleitet. Dort werden sie zunächst zerkleinert (Tinte u.a. Flüssigkeiten werden entfernt) und dann eingeschmolzen, um Plastikkügelchen herzustellen, welche für die Produktion neuer Plastikprodukte (z. B. Gießkannen oder Stiftehalter) verwendet werden können.

Bitte unterstützen Sie dieses Projekt. Sie tun damit sowohl unserer Umwelt als auch den Mädchen etwas Gutes!

*Diese Schreibgeräte sind erlaubt:

Kugelschreiber, Gelroller, Marker, Filzstifte, Druckbleistifte, Korrekturmittel (auch TippEx-Fläschchen), Füllfederhalter und Patronen, auch Metallstifte

Diese Materialien werden leider nicht akzeptiert:

Klebestifte, Radiergummis, Lineale, Bleistifte, Buntstifte, Druckerpatronen und Scheren

Quelle: weltgebetstag.de/projekte/projektarbeit-weltweit/libanon 

März 2018: Batterien vermeiden!

Batterien enthalten gefährliche Schadstoffe, die sich in Ökosystemen und Tieren anreichern und so letztlich unserer Gesundheit schaden können.

Jedes Jahr verbrauchen wir Deutschen etwa 1,5 Milliarden Batterien. Im Jahr 2014 konnten jedoch nur 45 Prozent der Batterien wiederverwertet werden, der Rest landete vor allem im Hausmüll und belastet somit die Umwelt.

Die Herstellung von Batterien schluckt bis zu 500 mal so viel Energie, wie diese dann abgeben. Der BUND empfiehlt, bei Kleingeräten wie Weckern, Uhren oder Taschenrechnern Modelle ohne Batteriebetrieb auszuwählen und ansonsten Akkus zu verwenden. Das Umweltbundesamt empfiehlt Lithium-Ionen- und LSD-Nickel-Metallhybrid-Akkus. Sie entladen sich bei Nichtgebrauch wesentlich weniger als normale Nickel-Metallhybrid-Akkus (ohne den Zusatz „LSD“) und sind weniger umweltschädlich als die alten Nickel-Cadmium-Akkus. (Die einzigen Akkus mit „Blauem Engel“, die Alkali-Mangan-Batterien, sind leider kaum verbreitet, weil sie spezielle Ladegeräte brauchen.) Um die Lebensdauer Ihrer Akkus zu verlängern, müssen Sie darauf achten, diese nicht ganz zu entladen.

Vor allem aber werfen Sie alte Akkus oder verbrauchte Batterien auf keinen Fall in den Hausmüll – sondern in die speziellen grünen Sammelboxen, die überall dort stehen, wo Batterien verkauft werden. Auch aus defekten Elektrogeräten müssen Batterien und Akkus entfernt und an den Sammelstellen abgegeben werden.

Quellen: BUND.net (Stand: Januar 2016) und
www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/elektrogeraete/batterien-akkus (Stand Januar 2018)

Februar 2018: Reparatur teurer als Neukauf

Viele ärgert es, Elektrogeräte wegzuwerfen, weil ein Neukauf billiger ist als die Reparatur. Besonders Vertragswerkstätten der Hersteller (die bei der Stiftung Warentest äußerst schlecht wegkamen) raten oft zum Neukauf. Mit ein wenig Spaß am Basteln hat sich schon mancher selbst erfolgreich an der Reparatur versucht. Im Internet gibt es für viele Geräte Reparaturanleitungen und ‑videos (nicht immer auf Deutsch), ebenso Quellen für Ersatzteile. Mit deren Hilfe haben wir selbst schon Spülmaschine und Stereoanlage für Centbeträge wieder zum Laufen gebracht. Wer sich das nicht zutraut, sollte es mit einer unabhängigen Werkstatt (z. B. unter meinmacher.de – für manche Gerätearten nicht viele Angebote) oder einem der recht aktiven Repaircafés in der Region (reparatur-initiativen.de) versuchen.

Doch selbst eine teurere Reparatur lohnt sich oft für die Umwelt. Laut Stiftung Warentest gilt das besonders, wenn viel Elektronik verbaut ist, weil Ressourcen dafür sehr umweltbelastend abgebaut werden. Bei Elektrogeräten machen übrigens Herstellung und Stromverbrauch den Großteil der Umweltbelastung aus; Transport und Entsorgung haben einen vergleichsweise geringen Anteil.

Viel diskutiert, aber nicht bewiesen ist, dass neuere Geräte „mit Absicht“ nach der Garantiezeit kaputtgehen. Zumindest stimmt aber, dass kostensparende Produktionsverfahren, bei denen Teile fest verbunden sind, eine Reparatur verteuern. Wer sich auskennt, kauft daher gerne eine ältere, gebrauchte Waschmaschine, repariert sie bei Bedarf günstig und nutzt sie noch viele Jahre.

Quelle: test, Ausgabe 4/2017

Dezember 2017/Januar 2018: Schneller und sparsamer Backen und Garen!

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – und damit auch die Hochsaison für den Backofen. 

Beim Backen Energie sparen können Sie, wenn Sie 

  • mit Umluft statt mit Ober-/Unterhitze backen. Noch mehr spart Heißluftbetrieb – dabei können z. B. mehrere Bleche zusammen in den Ofen.
  • den Backofen nicht neben dem Kühlschrank stehen haben.
  • bei in den Backofen integrierter Mikrowelle oft den Kombi-Betrieb nutzen. Die Gardauer verkürzt sich dann um bis zu 50% und damit auch der Energieverbrauch. Bei kleinen Portionen spart man mit der Mikrowelle sogar 75% Strom!

Ein neuer Backofen 

  • sollte nicht nur Energieeffizienzklasse A haben, sondern auch einen niedrigen Verbrauch pro Backvorgang (etwa 0,8-1,0 kWh). Ersparnis: bis zu 25 Euro/Jahr.
  • sollte gut isoliert sein, z. B. eine dreifach verglaste Tür haben. Schlecht isolierte Öfen werden an der Tür 90°C heiß, gut isolierte nur ca. 32°C.
  • sollte nicht zu groß sein. 30 Liter Volumen reichen – z. B. für 2 Plätzchen-Bleche oder einen Kuchen.
  • benötigt keine Selbstreinigungsfunktion – sie verbraucht so viel Strom wie 5 Backvorgänge. Versuchen Sie das: Salz auf Verunreinigung streuen, den Ofen auf ca. 50°C aufheizen. Danach auswischen.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

November 2017: Klar zur (Heiz-)Energiewende!

Größter Energiefresser im Haushalt ist die Heizung. 75% unseres gesamten Energieverbrauchs zu Hause gehen auf ihr Konto, Haushaltsstrom spielt mit ca. 6% normalerweise nur eine Nebenrolle. Mit folgenden Tipps können Sie Ihre Heizkosten senken:

  • Wände in warmen Farben. Wände in Weiß oder Blau- bzw. Grüntönen lassen uns unwillkürlich frösteln. Wand- und Wohnfarben in z. B. mediterranen oder karibischen Tönen sparen zwei bis drei Grad Heiztemperatur. Pro Grad weniger sind das ca. 6% Heizkosten!
  • Undichte Fenster oder Türen abdichten. Türrollen oder zusammengerollte Decken helfen, besser ist eine Bürstendichtung innen unten am Türrahmen montiert. Dicke Vorhänge vor dem Eingangsbereich wirken zusätzlich als Windfang. 
  • Nachts Fenster und Rollläden schließen. Damit verringern Sie Wärmeverluste um etwa 20%. Vorhänge helfen zusätzlich.
  • Heizkörper nicht verstecken. Möbel und Vorhänge vor den Heizkörpern verhindern, dass die erwärmte Luft sich im Raum verteilt. 
  • Freiliegende Heizungsrohrleitungen einpacken. Dämmungsmaterial in verschiedenen Größen gibt’s günstig im Baumarkt. 
  • Heizkessel einmal im Jahr überprüfen lassen. Ist er falsch eingestellt, verbraucht er bis zu 10% mehr Brennstoff und Pumpenstrom als nötig.
  • Moderne Hocheffizienzpumpen einbauen lassen. Alte oder zu große Heizungspumpen verbrauchen viel Strom. Mit neuen Pumpen können Sie bis zu 90% des vorher benötigten Pumpenstroms einsparen (d. h. bis zu 100 Euro im Jahr).
  • Wohnung nicht unnötig heizen, wenn sie leer steht. Mit elektronischen Heizkörper-Thermostaten können Sie für jeden Wochentag eine Temperaturkurve am Heizkörper einstellen. Kosten: ab ca. €14/Stück.

Quellen: Guter Rat Energie Spezial Sonderheft Nr. 2/2015; BUND.de Nov. 2014

Oktober 2017: Die richtige Heckenpflege

Hecken im Garten sind schön fürs Auge, halten aber auch unerwünschte Blicke fern und schützen vor ungemütlichem Wind. Gleichzeitig dienen sie Insekten, Vögeln und Kleinsäugern das ganze Jahr über als wertvoller Lebensraum.

Umso wichtiger ist es laut BUND, bei ihrer Pflege einige Regeln zu beachten. Das Zurückschneiden ist während der Brutzeit von Vögeln gesetzlich verboten. Der beste Zeitpunkt dafür ist Oktober oder November. Dann sind Jungvögel bereits flügge, und Bäume und Sträucher haben Vegetationsruhe. Schneiden Sie erst am späten Nachmittag, da bei Sonnenschein die Schnittstellen zu sehr austrocknen.

Damit die Hecke unten dicht bleibt, sollte sie trapezförmig - unten breiter als oben - geschnitten werden. Langsam wachsende Hecken und Sträucher wie Geißblatt, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Schwarz-, Kreuz- oder Weißdorn sollten möglichst selten und ihre Neutriebe nur zu einem Drittel zurückgeschnitten werden. Gehen Sie abschnittsweise vor, um Heckenbewohnern Ausweichmöglichkeiten zu bieten. Verästelungen sollten stehen gelassen werden, da dort Vögel bevorzugt ihre Nester bauen. Werden abgeschnittene Äste und Zweige an den Fuß der Hecke gelegt, können viele Tiere dies als zusätzliches Versteck nutzen. Oder legen Sie damit eine Benjes-Hecke an: auf einer Länge von 4 Metern das Schnittgut einen Meter hoch aufschichten, dazwischen jeweils einen heimischen, zum Standort passenden Strauch pflanzen (er sollte das Schnittgut überragen). Vögel und Wind tragen Samen in die Hecke und ein neuer Lebensraum entsteht.

Quelle: www.bund.de

August/September 2017: Der umweltfreundliche und gesunde Grillabend

Wer beim Grillen auf Kohle schwört, sollte sich das noch einmal überlegen. In der ZDF-Fernsehsendung „Der große Warentest“ konnten Testesser so gut wie gar nicht bestimmen, welches Grillgut vom Elektro-, Gas- oder Holzkohlegrill stammte. 

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt aus folgenden Gründen Gas- oder Elektrogrills:

  1. Holzkohlenqualm enthält Feinstaub und Ruß, den Grillmeister/innen und Nachbarn einatmen. 
  2. Er kann krebserregende Stoffe enthalten, wenn Fett oder Bier in die Kohlenglut tropft. Diese gehen auch ins Grillgut über. Dagegen helfen Grillschalen, am besten aus Keramik oder Edelstahl. Sie sind im Gegensatz zu Aluschalen wiederverwendbar. Außerdem kann „unter dem Einfluss von Säure und Salz [...] Aluminium auf Lebensmittel übergehen“, das gesundheitsschädlich sein kann (s. auch Umwelttipp vom Juli 2016). 
  3. Grillasche enthält eine hohe Konzentration von Schwermetallen und im nicht vollständig verbrannten Zustand krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Daher sollte Asche im Restmüll und nicht im Kompost entsorgt werden.
  4. Kaufen Sie doch Kohle, sollten Sie auf das FSC-Siegel achten. Es garantiert Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. So wird für Ihren Grillabend kein Tropenwald abgeholzt. 

Besonders klimaschonend wirkt es sich laut UBA übrigens aus, wenn Sie mehr Gemüse (besonders regional erzeugte Bioprodukte) grillen, denn die Herstellung des Grillfleischs verursacht noch viel mehr CO2 als die Grillkohle. Versuchen Sie’s doch mal – für eine bessere Ökobilanz beim Grillen!

P.S.: Beim Elektrogrilltest der ZDF-Warentest-Sendung kam der Tefal Optigrill 702D (Note 2,2) für ca. 173 Euro auf Platz eins. Er überzeugte die Tester mit einem Automatikprogramm, das „je nach Art und Dicke des Grillguts Temperatur und Grilldauer anpasst“.

Quellen: Stuttgarter Zeitung vom 12.06.2017; Umweltbundesamt.de, Stichwort: Gesund und umweltfreundlich grillen

Juli 2017: Lebensmittelverschwendung in Firmen

Eine interessierte Leserin des Juni-Umwelttipps hat mich darauf hingewiesen, dass es auch im beruflichen Umfeld – scheinbar aus rechtlichen Gründen – zu Lebensmittelverschwendung kommt.

Wie können wir dazu beitragen, dies zu vermeiden oder zu verringern?

Vor einigen Jahren gab es aufsehenerregende Fälle, in denen Angestellten fristlos gekündigt wurde, weil sie übriggebliebenes Essen von Besprechungen oder aus der Küche mitgenommen hatten, ohne um Erlaubnis zu fragen. Abgesehen davon, dass inzwischen eine minimale (vorsätzliche) Verletzung des Eigentums des Arbeitgebers nicht mehr in jedem Fall eine fristlose Kündigung rechtfertigt (BAG, Urteil vom 10. Juni 2010 - 2 AZR 541/09): Man braucht es ja gar nicht so weit kommen zu lassen und kann stattdessen einfach fragen! Und auch wenn Hygienevorschriften ein mehrmaliges Servieren untersagen sollten: Als Privatperson darf man doch auch im Restaurant seine „Reste“ einpacken. Wenn also Essen weggeworfen werden soll, sei es im Betrieb oder womöglich sogar im kirchlichen Umfeld, sollten wir aktiv werden. Fragen Sie, ob Sie etwas mitnehmen oder die Reste unter den Anwesenden aufteilen dürfen. Vielleicht können Sie auch erreichen, dass beim nächsten Meeting oder Fest darauf geachtet wird, dass nicht zu viel Essen vorbereitet wird oder gleich „Tupperdosen“ mitgebracht werden.

Juni 2017: Lebensmittel im Überfluss

Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll. 

Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln wirkt sich negativ sowohl auf die Umwelt und die Ressourcen als auch die Versorgung der Bevölkerung in den ärmeren Ländern aus.

Wenn man beim Einkauf und auch zu Hause einige Tipps beherzigt, kann man über die Hälfte aller Lebensmittelabfälle im Haushalt vermeiden und damit bis zu 230 Euro pro Person und Jahr einsparen. 

  • Checken Sie vor dem Einkauf ihre Vorräte und notieren Sie die notwendigen Einkäufe.
  • Behalten Sie den Vorrat im Blick, damit keine Lebensmittel in Vergessenheit geraten.
  • Planen Sie die Speisen für die nächsten zwei Tage im Voraus und bedarfsgemäß ein.
  • Planen Sie Ihre vorhandenen Lebensmittel mit ein.
  • Obst oder Gemüse mit Delle schnell verwerten, bevor es zu schimmeln beginnt.
  • Überreifes Obst zu Kompott, Marmelade oder im Kuchen verarbeiten.
  • Kühlschrank und Vorratskammer regelmäßig reinigen.
  • Übrig gebliebene Speisen in geschlossenen Behältern einfrieren bzw. kühl lagern und am nächsten Tag verzehren (z. B. mit zur Arbeit nehmen).
  • Frische und leicht verderbliche Lebensmittel in bedarfsgerechten Mengen kaufen.
  • Spontankäufe und Großeinkauf von Sonderangeboten vermeiden -- außer Sie wissen, dass Sie die Waren bald verbrauchen werden.
  • Zutaten für das Abendessen fehlen? Kaufen Sie doch dann auch mal Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, und greifen Sie nicht ganz hinten ins Regal.
  • Lassen Sie Ihren Supermarkt wissen, dass Sie es sehr wohl akzeptieren, am Abend keine riesige Auswahl mehr an Brot oder Gemüse zu bekommen.
  • Sie haben einen Hofladen in der Nähe - kaufen Sie doch dort mal Obst und Gemüse, hier gibt es auch die krumme Gurke, die es nicht in den Supermarkt schafft! 

Quelle: verbraucherzentrale.de: Lebensmittel: Zwischen Wertschätzung und Verschwendung, Stand: 13.12.2016

 

 

Mai 2017: Carsharing = umweltfreundlich?

Carsharing gilt als umweltfreundlich. Aber so einfach ist das nicht: je einfacher das Carsharing, desto schlechter ist es für die Umwelt. Denn "entscheidend ist nicht nur die Zahl der eingesparten Autos, sondern auch die Nutzungsintensität des Fahrzeugs und die Emissionswerte", so Matthias Kempf vom Münchner Consulting-Unternehmen Berylls Strategy Advisors. Umweltfreundlicher sind die stationsbasierten Autos, deren Nutzung zwar eher umständlich ist, die aber vor allem für Fahrten genutzt werden, für die der öffentliche Nahverkehr nicht in Frage kommt. Die Free-Floating-Angebote, bei denen die Nutzer die Autos innerhalb eines bestimmten Gebiets abstellen können, wo sie wollen, “...führen in Summe dazu, dass die Leute mehr fahren als vorher", sagt Kempf. Je bequemer der Zugriff, desto weniger nutzten die Menschen Taxis und öffentliche Verkehrsmittel. Letztlich verleite dies selbst den umweltbewussten Carsharer dazu, mit dem Auto zum Bioladen zu fahren statt mit dem Fahrrad oder Bus.

Also: Hinterfragen Sie ihr Carsharing-Fahrverhalten. Und: Achten Sie darauf, ob der Strom der benutzten Elektrofahrzeuge aus erneuerbaren Energien stammt. Denn nur so lässt sich eine echte Umweltverträglichkeit von Carsharing erreichen.

Quelle: Technik-Mythos: Carsharing ist umweltfreundlich
heise.de, Technology Review, 28.02.2017, 10:45 Uhr, Joseph Scheppach

April 2017: Augen auf beim Lampenkauf

Die Zeitung taz vom 31.01. berichtet, dass Möbelhäuser und Baumärkte immer häufiger LED-Leuchten verkaufen, die komplett verklebt sind, in denen also das Leuchtmittel nicht ausgetauscht werden kann. Sollte es mal kaputt gehen, dann muss die gesamte Leuchte in den Müll. Unter Umständen bekommt man sie nicht mal mehr als Ersatzteil, was besonders ärgerlich ist, wenn es sich um eine von mehreren, zusammengehörenden Leuchten handelt.

Eigentlich sind LEDs viel langlebiger als andere Leuchtmittel, räumt auch die Autorin des Artikels ein. Das ist aber keine Garantie: Einzelne LEDs geben auch schon deutlich früher auf. Außerdem ist die LED (Licht emittierende Diode) nur ein Element einer elektronischen Schaltung, die insbesondere unter thermischer Belastung ein höheres Ausfallrisiko hat als die eigentliche LED.

Wenn dieses Leuchtmittel nicht austauschbar ist, dann ist das nicht nur Geldverschwendung. Christiane Schnepel, Recyclingexpertin beim Umweltbundesamt, sagt: „Fest eingebaute LEDs sind eine absolute Ressourcenverschwendung, wenn es um ganz normale Leuchten geht.“

Achten Sie beim Kauf von neuen Lampen also unbedingt auf das Energielabel. Auf diesem muss angegeben sein, dass man die LED nicht ausbauen kann. Diese Angabe sei allerdings schwer lesbar, bemängelt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

März 2017: Nachtspeicherheizung entsorgen – aber wie?

Denken Sie darüber nach, Ihre alten Nachtspeicherheizungen zu ersetzen?

Das hat mehrere Vorteile:  

  • Die Heizkosten können sich um ca. die Hälfte verringern, wenn stattdessen mit Gas, Öl oder Pellets geheizt wird.
  • Die erzeugten Emissionen reduzieren sich gleichfalls erheblich.
  • Viele ältere Geräte sind zudem mit Schadstoffen belastet, die die Gesundheit und die Umwelt gefährden (z.B. Asbest (Baujahr vor 1984), künstliche Mineralfasern – KMF (Baujahr vor 07/1989), polychloriertes Biphenylen – PCB (Baujahr vor 06/2000 krebserzeugend) und/oder chromathaltige Speichersteine).

Überprüfen Sie am besten das Typenschild oder die Anschaffungsunterlagen, denn: Belastete Öfen müssen aufgrund ihrer Gefährlichkeit unbedingt fachgerecht entsorgt werden, und zwar von zugelassenen Fachfirmen nach TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe). Unbelastete Öfen können Sie theoretisch auch selbst als Elektroschrott entsorgen, die Speichersteine müssen dabei jedoch separat als Bauschutt entsorgt werden.

Die Kosten für eine Entsorgung durch einen Fachbetrieb können etwa zwischen 100 und 230 Euro pro Ofen liegen – bei Schadstoffbelastung möglicherweise auch höher.

Sie sollten auf jeden Fall überprüfen, ob Sie bei einer Erneuerung Ihrer Nachtspeicherheizung ein Förderprogramm der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) nutzen können. Das Förderprogramm deckt auch die Entsorgung der Altöfen ab. (s. „FördermittelCheck“ unter www.co2online.de)

Quellen: co2online.de und energie-experten.org

Februar 2017: Getränkekarton = Mogelverpackung

In Deutschland werden pro Jahr neun Milliarden Getränkekartons verkauft. Die Hersteller behaupten, sie seien ökologisch vorbildlich. Die Fernsehsendung ZDFzoom untersuchte 2015, wie es um das Recycling der Getränkekartons tatsächlich bestellt ist.

20 Prozent der Verpackungen werden vom Verbraucher im Restmüll statt über den gelben Sack entsorgt. Ein Teil schafft es zudem in den Sortieranlagen nicht ins Recycling. Schließlich landen dort nur 71 Prozent aller Getränkekartons (nach Gewicht).

Der größte Fehler passiert an dieser Stelle, da die Statistik nun suggeriert, dieses Material würde vollständig für die Herstellung neuer Produkte verwendet.

Aber allein durch Restflüssigkeiten und Schmutz sind die Verpackungen in der Recyclinganlage um so viel schwerer als das Ausgangsmaterial, dass genau genommen nur 50 Prozent der Verpackungen im Recycling gelandet sind. Teile davon wiederum haben die Reporter bei Stichproben in der Brennstoffproduktion gefunden, was definitiv nicht unter Recycling fällt.

Die Deutsche Umwelthilfe gibt an, dass die tatsächliche Recyclingquote (also der Anteil der wiedergewonnenen Rohstoffe) nur bei 36 Prozent liegt. Ab 60 Prozent gilt ein Produkt als ökologisch vorteilhaft. Verpackungen mit geringerer Quote wären eigentlich pfandpflichtig.

Das Bundesumweltministerium sah auf Anfrage keine Veranlassung, die Recyclingquoten zu hinterfragen. Das Bundesumweltamt weist dabei darauf hin, dass der Begriff Recyclingquote eben als das Verhältnis von Verpackungsgewicht in der Sortieranlage zur Gesamtmenge der Verpackungen definiert sei. Für den Verbraucher sei der Begriff durchaus irreführend. Tatsächlich handelt es sich ja nur um eine Rückführungsquote.

Für uns ist doch die echte Recyclingquote viel interessanter, und da erscheinen 36 Prozent nicht gerade „ökologisch vorteilhaft“. Die Empfehlung des Bundesumweltamts lautet immerhin: Mehrwegverpackungen, am besten Glasflaschen, aus der Region.

Quelle: ZDFzoom Die Mogelverpackung – Wie öko sind Tetra Pak und Co.? (22.04.2015, 22.45 Uhr)

Dezember 2016/Januar 2017: No Go für Papp-Pötte

Der Papp-Pott ist unser alltäglicher Begleiter. Schon jeder vierte Liter Kaffee wird außer Haus getrunken. Parallel zum „to-go-hype“ wachsen die Klagen über achtlos weggeworfene Becher und Deckelchen in den Städten und in der Landschaft.

Setzen Sie der Wegwerf-Mentalität etwas entgegen. Der Kampf gegen den Papp-Pott to go ist ein Anfang. Mehrweg ist angesagt. Nicht nur beim Kaffeebecher!

Die Ökobilanz der Papp-Pötte:
- In Deutschland werden pro Stunde 320.000 Einwegbecher verbraucht.
- Die Lebensdauer eines Coffee-to-go-Bechers beträgt im Mittel 15 min.
- Der Wasserverbrauch für die Herstellung von Coffee-to-go-Bechern in Deutschland entspricht dem Jahresbedarf von 32.000 Bürgern.
- Würden alle Einweg- durch Mehrwegbecher ersetzt, würden pro Jahr etwa 87.000 Tonnen CO2 eingespart.
- Für die Herstellung der in Deutschland verbrauchten Papp-Pötte werden jährlich etwa 43.000 Bäume gefällt.
- Durch die konsequente Nutzung eines Mehrwegbechers kann jede/r Deutsche 34 Becher jährlich einsparen. Das sind insgesamt 40.000 Tonnen Abfall pro Jahr!
- Hauptfaktor in der Öko-Bilanz von Mehrwegbechern ist das Spülen. Schon nach 5-maliger Verwendung ohne Spülen ist Mehrweg eindeutig im Vorteil. Je seltener Sie ihre Tasse spülen, desto besser die Ökobilanz!

Quelle: Flyer des Umweltbüros der Evangelischen Landeskirche in Württemberg „Coffee to go?“ zur gemeinsamen Aktion mit dem Wettbewerb „Kirche macht was“

November 2016: Merry Retour-mas

Weihnachten steht wieder vor der Tür – und die damit verbundenen Einkäufe. Einkaufen im Internet ist bequem und für die Umwelt auch im Prinzip gar nicht so schlecht – denn, so rechnet das Freiburger Öko-Institut vor, der Versand eines Paketes verursacht im Schnitt rund 500 Gramm CO2, eine Einkaufstour mit dem Auto dagegen ein Vielfaches davon.

Allerdings sind wir Deutschen in Sachen Retouren Europameister, so Dieter Urbanke, Chef von Hermes Fulfilment, einem Logistikunternehmen, das für viele Onlinehändler Retourensendungen verarbeitet.

Weil etwas nicht stimmt – oder auch einfach, weil so mancher gar nicht vorhat, die Ware zu behalten* -- gibt es in Deutschland pro Jahr 144 Millionen (Studie im Auftrag des Bundesverbandes des Versandhandels) bis fast 290 Millionen (Forscher der Universität Bamberg) Rücksendungen. Was des einen Freud, ist des anderen Leid: weil die Deutschen mittlerweile mehr Pakete an Onlinehändler zurückschicken, als sie privat untereinander versenden, erleben die Paketdienstleister also einen wahren Boom, wohingegen so mancher Onlinehändler über die renditeschädlichen Retouren stöhnt.

Aber nicht nur die Retouren sind schlecht für die Ökobilanz des Onlineshoppings. Oft können Pakete nicht im ersten Anlauf zugestellt werden, oder die bestellten Waren werden getrennt verschickt. Auch sehen sich viele Kunden zunächst im Einzelhandel um, bevor sie dann im Internet bestellen. Als autofreien Einkauf kann man das nicht mehr bezeichnen.

Laut Öko-Institut sind für eine endgültige Bewertung der Umweltbilanz des Onlineshoppings noch zu viele Fragen offen. Allerdings interessiert das die meisten Onlinekunden wenig. Die Mehrheit der vom Institut für Handelsforschung Befragten gibt zu, dass ihnen kostenfreie Retouren wichtiger seien als der Umweltaspekt. Vielleicht sind sie nur schlecht informiert: Die Retourenforscher der Universität Bamberg haben ausgerechnet, dass die knapp 290 Millionen Retourenpakete eines Jahres aneinandergereiht fast dreimal die Erde umrunden würden. Die Rücksendungen verursachen so viel Klimagift wie 1.400 Autofahrten von Hamburg nach Moskau. Pro Tag.

*Laut ibi Research/Universität Regensburg rechnen 40 Prozent aller Onlinekunden schon bei der Bestellung damit, dass sie Ware zurücksenden werden.

Quelle: zeit.de

Oktober 2016: Lebenselixier Kaffee

Haben Sie vielleicht eine Nespresso-Maschine? Und haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob das Aluminium der Kaffeekapseln wirklich recycelt wird, wenn Sie die Kapseln im gelben Sack entsorgen? Oder ob die Kapseln nicht doch zu teuer sind? Oder ob womöglich jedes Mal ein bisschen Aluminium in Ihrem Kaffee ist?

Dann probieren Sie doch mal eine Alternative aus! Denn die neuen, wiederbefüllbaren Kapseln bieten folgende Vorteile:

  • weniger Müll: Das wertvolle Aluminium der Original-Kapseln (1-2 Gramm/Kapsel) wurde unter hoher Umweltbelastung aus der Erde gewonnen. Es kann nur teilweise und mit großem Energieaufwand recycelt werden. Brüht man seinen Kaffee tausendmal mit einer wiederverwendbaren Kaffee-Kapsel wie der robusten Mycoffeestar aus Edelstahl, spart man über 1 Kilo Alu ein.
  • umweltfreundlicher: Die konventionelle Kaffeeproduktion verursacht bekanntlich Umweltprobleme z. B. durch den Einsatz von Pestiziden. Der Kaffee in Nespresso-Kapseln ist größtenteils durch das „AAA Sustainable Quality Program“ zertifiziert. Klingt gut, ist aber kein anerkanntes Biosiegel. Befüllt man seine Kapsel selbst, kann man Bio-Kaffee verwenden.
  • fairer: Seit 2013 bezieht Nespresso einen kleinen Teil seiner Kaffeebohnen auch aus fairem Handel. Das ist ein guter Anfang, jedoch hat Nespresso bis heute keine Fairtrade-Zertifizierung. Auch hier gilt: wer selbst befüllt, kann den Kaffee auch selbst wählen.
  • preiswerter: Wiederverwendbare Kaffeekapseln wie Mister Barista, Coffeeduck oder Mycoffeestar kosten 15 bis 40 Euro, das klingt verglichen mit dem Preis für eine Nespresso-Kapsel (um die 0,35 Euro) teuer. Aber: Ein Kilo Kaffee (Bio, Fairtrade) kostet 20 Euro. Die wiederverwendbare Mycoffeestar-Kapsel kostet 40 Euro, zusammen also 60 Euro. Wie viel Kaffee in Kapseln verpackt bekäme man dafür? Rechnet man das durch, erhält man folgendes Ergebnis:
    60 Euro geteilt durch 0,35 Euro = ca. 171 Kapseln à 6g Kaffee  1026g Nespresso-Kaffee für 60 Euro!

Fazit: Schon nach einem Kilo Bio-Fairtrade-Kaffee (oder 4 Kilo billigem Kaffee) hat sich selbst die teure Mycoffeestar-Kapsel amortisiert. Danach zahlt man nur noch die normalen 5 Euro (billiger Kaffee) bis 20 Euro (Bio-Fairtrade-Kaffee) pro Kilo. 

Das heißt: Der Umstieg lohnt sich, für den Geldbeutel ebenso wie für die Umwelt!

August 2016: Aluminium-Grillschalen – gefährlich für unsere Gesundheit

Durch die Verwendung von Alu-Grillschalen will man das Grillgut vor krebserregenden Stoffen schützen, die entstehen, wenn Fett in die Glut tropft. Doch wenn beim Grillen salz- oder säurehaltige Marinade mit den Alu-Grillschalen in Berührung kommt, kann Aluminium dadurch ins Grillgut übergehen.

„plusminus“ fand auf Alu-Grillschalen von verschiedenen Herstellern meist keine oder keine ausreichenden Warnhinweise. Bei der Untersuchung von entsprechend zubereitetem Grillgut im Labor wurde festgestellt, dass „sich der Aluminiumwert um das Doppelte bis Dreifache beim Grillen auf Aluschalen erhöht.“ (Etwa enthielten 600g Hühnchen vor dem Grillen 3,4mg Alu, nach Marinieren und Grillen 9,05mg.)

Wer regelmäßig auf Alu-Grillschalen grillt, geht ein Gesundheitsrisiko ein. Denn die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA empfiehlt, pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilo Körpergewicht aufzunehmen, das bedeutet für einen 70 Kilo schweren Menschen eine maximale Tagesdosis von zehn Milligramm.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Verbrauchern dringend, sich nach den EFSA-Grenzwerten zu richten und die Aufnahme von Aluminium (auch über Kosmetika) zu beschränken.

Bei der Verwendung von Alu-Grillschalen sollte man erst am Ende des Grillvorgangs salzen und würzen. Generell sollte Saures wie Apfelstücke, Zitronen, Tomaten, Essiggurken und Salziges wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken nicht in Alufolie verpackt oder zubereitet werden.

Quellen: „plusminus“ vom 1.6.2016 (ARD-Mediathek); „Faszination Wissen“: Aluminium vom 3.5.2016 (BR-Fernsehen); Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten, BfR, 20.2.2015. 

Juni 2016: Giftige Fluorverbindungen vermeiden

Organische Fluorverbindungen, kurz PFCs, werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Alltagsgegenständen eingesetzt. Sie machen Arbeits- und Outdoor-Bekleidung wetterfest, Wasser perlt von Papier und Pappe ab, Skier gleiten leichter über Schnee. Die Antihaftwirkung von Teflon-Pfannen beruht ebenfalls auf Fluor-Verbindungen. 

Durch Ausdünstungen und Auswaschungen gelangen die extrem giftigen Substanzen in die Umwelt. Einige von ihnen können die Fortpflanzung schädigen. PFCs werden in Böden nachgewiesen, in Flüssen, Seen, im Grundwasser, im Blut von Tieren und von Menschen. Wissenschaftler fanden Fluorverbindungen sogar in grönländischen Eisbären. 

Besonders besorgniserregend ist die Verwendung von Fluorverbindungen in Kinderbekleidung. In Tests enthielten Kindersandalen aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Supermärkten hohe PFC-Konzentrationen. 

Obwohl das Umweltbundesamt einige PFCs als gefährlich einstuft, muss deren Verwendung von den Herstellern nicht gekennzeichnet werden. Jedoch verzichten inzwischen erste Produzenten von Sport- und Freizeitbekleidung teilweise auf die giftigen Substanzen. 

Der BUND empfiehlt, beim Kauf von Sport-, Camping- und Freizeit-Ausrüstung im Geschäft nachzufragen, ob Fluorverbindungen im Produkt enthalten sind. Wetterbeständig, aber PFC-frei, sind beispielsweise Kleidungsstücke mit Beschichtungen aus Polyester oder Polyurethan. 

Misstrauen ist leider auch vor Textil-Labeln mit dem Hinweis "schadstofffrei" geboten: Oft enthalten damit gekennzeichnete Kleidungsstücke trotzdem Fluorverbindungen. 

Grundsätzlich sollte man darüber nachdenken, ob es unbedingt Kleidung sein muss, die hochgradig schmutz- und fettabweisend ist. Schließlich verbringt kaum jemand seine Freizeit auf einer Ölbohrinsel. Quelle: BUND

Juli 2016: Klimaschutz beginnt beim Papier

Die Initiative Pro Recyclingpapier wirbt für den Umstieg auf Recyclingpapier. In der Broschüre der Initiative heißt es unter anderem:

Recyclingpapier oder Frischfaser – mit Ihrer Wahl entscheiden Sie, ob Sie Klima und Ressourcen schützen. Denn die Produktion von Recyclingpapier

  • verbraucht wesentlich weniger Energie als die Herstellung von Papier aus Holz. Bei der Produktion von drei Blättern Recyclingpapier wird bereits so viel Energie eingespart, dass Sie damit einen Liter Wasser von 20 auf 100 Grad Celsius erhitzen können. 500 Blatt waschen Ihre Wäsche. Mit 1.000 Blatt können Sie 50 Kilometer fahren.
  • verursacht auch weitaus weniger klimaschädliche Gase als das Herstellen von Frischfaserpapier. Eine Tonne Recyclingpapier vermeidet so viel Kohlendioxid, wie Sie während einer 1.000-km-PKW-Fahrt mit einem durchschnittlichen Verbrauch ausstoßen.
  • benötigt sehr viel weniger Wasser als Frischfaserpapier. Würde alles Kopierpapier, das Deutschland jährlich nutzt, aus Altpapier stammen, dann ließe sich so viel Wasser sparen, wie die Wuppertalsperre fasst – immerhin die Trinkwasserreserve des Ruhrgebiets. (Mehr Informationen auch unter www.papiernetz.de)

Wenn auch Sie die Umwelt schonen wollen, probieren Sie es doch auch einmal mit Umweltpapier! Viele gute und auch günstige Sorten in verschiedenen Grau- und Weißtönen kann man bequem im Internet bestellen, etwa unter www.memo.de  bzw. www.memolife.de (für Privatkunden).

 

Mai 2016: Veganes Grillen ist gut für Umwelt und Klima

In der Grillsaison steigt immer auch der Fleischkonsum. Die Produktion tierischer Produkte belastet jedoch Umwelt und Klima besonders stark. 

Die Erzeugung von einem einzigen Kilogramm Rindfleisch benötigt beispielsweise 15.000 Liter Wasser und es werden dabei fast 30 Kilo Kohlendioxid ausgestoßen. Hinzu kommt, dass Nutztiere zumeist in riesigen Ställen unter nicht artgerechten Bedingungen gehalten werden. 

Der BUND empfiehlt deshalb, beim Grillen vegane Lebensmittel auszuprobieren.

Mittlerweile ist die Auswahl an veganem Grillgut beachtlich. Hergestellt wird es auf Basis von pflanzlichem Eiweiß, etwa aus Soja, Tofu oder Seitan und ähnelt in Form und Geschmack verblüffend den Fleischprodukten. Es gibt vegane Schnitzel, Steaks, Brat- und Grillwürstchen, geräuchert oder mariniert. 

Grundsätzlich eignet sich auch Gemüse zum Grillen. Damit es nicht schwarz wird, sollte es vor dem Grillen mit Öl bestrichen bzw. mariniert werden. Besonders gut schmecken Maiskolben, Kartoffeln oder gefüllte Champignons. Selbst Spargel lässt sich mittels einer Grillklemme auf den Rost legen. 

Gemüsesorten wie Zucchini, Möhren oder Paprika werden am besten klein geschnitten und in einer Edelstahlschale gegrillt. Um die Nährstoffe zu erhalten, muss das Gemüse bei niedrigen Temperaturen gegart werden.

Quelle: BUND

 

April 2016: Schlau anschließen, einstellen und abschalten

Werden Geschirrspül- und Waschmaschinen an die Warmwasserleitung angeschlossen, sparen sie Strom beim Aufheizen des Wassers.

Ein falsch eingestellter Heizkessel kann bis zu 10 Prozent mehr Brennstoff und Strom für die Pumpe verbrauchen. Daher am besten einmal im Jahr vom Fachmann überprüfen lassen.

Praktische Einhebelmischer können heimliche Stromfresser sein. Denn ist der Hebel beim Einschalten auf „heiß“ gestellt, springen Boiler bzw. Durchlauferhitzer an. Benötigt man nur wenig Wasser, kommt die Wärme oft noch nicht einmal am Hahn an. Der unnötige Energieverbrauch lässt sich vermeiden, wenn man den Hebel nach jedem Gebrauch einfach auf „kalt“ stellt.

Wer einen sparsamen Duschkopf verwendet, kann beim Duschen Energie sparen. Besonders sparsame Duschköpfe verbrauchen etwa 6 Liter pro Minute, normale Duschköpfe dagegen um die 5 Liter/Minute.

Bildschirmschoner sind heute nicht mehr notwendig. Aufwendige Animationen verbrauchen viel Strom, da sie viel Rechenleistung benötigen. In Arbeitspausen sollte man besser den Standby-Modus nutzen oder einfach den Bildschirm direkt per Knopfdruck ausschalten.

März 2016: Umweltfreundlich in den Urlaub

Planen Sie vielleicht schon den nächsten Urlaub? Falls ja, hierzu ein paar Umwelttipps.

Vieles spricht dafür, die Umweltverträglichkeit einer Reise vorrangig am Energieverbrauch und den klimaschädlichen CO2-Emissionen festzumachen.

Stellen Sie doch bei Ihrer nächsten Urlaubsplanung folgende Frage in den Vordergrund: Wie weit muss ich wegfahren, um das, was ich erleben will, auch wirklich tun zu können? Schöne Strände, angenehmes Klima, landschaftliche oder kulturelle Attraktionen sind ja auch in Mitteleuropa zu finden – und dann oft ohne großen Aufwand mit der Bahn zu erreichen.

Zieht es Sie dennoch in fernere Gefilde, gibt es zum Flugzeug keine echte Alternative. Überlegen Sie dann: Steht die Dauer Ihrer Reise in einem vernünftigen Verhältnis zum Energieverbrauch bei der An- und Abreise? Und: Lassen Sie z. B. von www.atmosfair.de die CO2-Emissionen Ihres Fluges berechnen. Sie können dann einen Geldbetrag spenden, den die Agentur an ein energiesparendes Projekt weiterleitet, um so die Emissionen Ihres Fluges auszugleichen. Grundsätzlich gilt: Emissionen zu vermeiden ist sinnvoller, als sie erst zu erzeugen und dann zu kompensieren.

Wenn Sie Ihre umweltfreundliche Anreise gern mit einer an die Umgebung angepassten Unterkunft kombinieren möchten,

 

  • von deren Umsatz möglichst die Einheimischen profitieren
  • wo eine intakte Umwelt und reiche Natur als wichtige Ressource erkannt werden
  • wo bevorzugt regionale und biologisch produzierte Lebensmittel verarbeitet werden und Abfall verwertet wird
  • wo Ihr Urlaubsgeld dazu beiträgt, den Naturschutz am Urlaubsort zu stärken


dann schauen Sie doch z. B. mal bei diesen Anbietern:

  • BUND-Reisen, Tel. (09 11) 5 88 88–20, www.bund-reisen.de
  • forum anders reisen e.V., Tel. (07 61) 4 01 26 99–0, www.forumandersreisen.de
  • Viabono, Tel. (0 22 05) 91 98 35–0, www.viabono.de
  • Alpine Pearls (28 Alpengemeinden in sechs Ländern mit Mobilitätsgarantie), Tel. +43 (64 66) 2 00 20, www.alpine-pearls.com

Quelle: BUND-Broschüre „Besser leben – Urlaubsort wechseln“, www.bund.net