Flüchtlingsarbeit

Stammheim hilft!

In Mathäus 25,43 sagt Jesus: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“

Einzelne aus unserer Kirchengemeinde lassen sich von diesem Bibelwort leiten und engagieren sich in der örtlichen Flüchtlingshilfe „Stammheim hilft!“, in der verschiedenste Gruppierungen und Einzelpersonen aus unserem Stadtteil aktiv sind.

Zum Beispiel in der:

  • Kinderbetreuung
  • Schulaufgabenhilfe
  • Sprachschulung
  • Fahrradwerkstatt mit Geflüchteten
  • Teestube
  • gemeinsamen Gestaltung von Festen
  • Aktion „Essen der ausländischen Mitbürger“ beim ökumensichen Kirchenfest 2018
  • Betreuung eines Internetzugangs zusammen mit der Initiative Freifunk Stuttgart

Weitere Informationen zu Stammheim hilft! finden Sie unter www.stammheim-hilft.de

Seid barmherzig! – die Jahreslosung praktisch gelebt

In der Neujahrsandacht tauschten wir uns als Gemeinde wie jedes Jahr zur Jahreslosung aus: Diesmal aus Lukas 6,36: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Daraus ergab sich u.a. die Frage: Wo konkret nehmen wir uns vor, in diesem Jahr barmherzig zu sein? Im persönlichen Umfeld sind das viele von uns häufig, das ist wichtig und meist keine so große Aufgabe.

Was mich beschäftigt, ist die Frage: Wie kann ich in Bezug auf das Thema Flüchtlingslager barmherziger sein? Erst an Silvester kamen Berichte in den Medien, die mich und andere erschütterten. Diese Frage stieß auf sehr große Resonanz!

Wir überlegten:

  • Geld spenden – ob es wohl ankommt? Und wofür wird es verwendet?
  • Beten
  • Und dann kam die Frage: Und was kann unsere Gemeinde und unsere Landeskirche tun?

Wir kamen zum Schluss, dass nur eine größere Aktion auf höherer Regierungsebene hier effektiv Veränderung bewirken kann!

Ich verließ den Gottesdienst mit der konkreten Idee, unseren Landesbischof anzuschreiben. Und da das Thema bei anderen GottesdienstbesucherInnen auf große Resonanz stieß, möchte ich die Gemeinde einbeziehen, diese Aktion zu unterstützen.

Sie finden den Brief auf dieser Webseite zum Herunterladen. Auch Unterschriftsblätter können heruntergeladen und ausgedruckt werden und liegen in den Gottesdiensten sowie im Gemeindebüro aus. Einsendetermin der Unterschriften ist der 21. Februar.

Die PfarrerInnen und ich freuen uns, wenn wir hier als Kirchengemeinde mit einer hohen Zahl von Unterschriften auftreten können!

Doris Schwab, maildontospamme@gowaway.Doris-Schwab.de

Hintergrundinformationen zur Flüchtlingssituation

Flucht nach Europa

Schon seit Jahren fliehen Menschen aus den Krisenregionen der Welt nach Europa - mit verheerenden Auswirkungen: Im Jahr 2016 ertranken über 5.000 Menschen im Mittelmeer. Im Jahr 2020 waren es immer noch schätzungsweise 1.066 Menschen, die den Tod bei der Flucht über das Mittelmeer fanden oder vermisst werden.

Obwohl die Zahl der Ankünfte über die Mittelmeerroute seit 2016 stark gesunken ist, bleibt dieser Weg die tödlichste Seeroute der Welt.

Der UNHCR fordert eine stärkere Koordinierung und mehr Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten sowie erhöhte Such- und Rettungskapazitäten und eine Regelung zur Anlandung. Denn der Schutz von Leben und grundlegenden Menschenrechten muss weiterhin Priorität haben. Die Rettung auf See ist ein humanitärer Imperativ und eine Verpflichtung nach dem Völkerrecht.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/fluechtlingsschutz/seenotrettung/

Dies gilt auch und besonders in Coronazeiten und den damit einhergehenden erschwerten Umständen. Quarantäne, Gesundheitschecks und andere Maßnahmen können dabei helfen, den legitimen Anliegen der öffentlichen Gesundheit der Mittelmeer-Anrainerstaaten gerecht zu werden, ohne die Rettung und Evakuierung von in Seenot geratenen Booten zu verzögern und Menschenleben zu gefährden.

Quelle: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/mittelmeer/

 

EKD-Flüchtlingsschiff

Vor diesem Hintergrund verabschiedete der Kirchentag in Dortmund eine Resolution mit dem Aufruf an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), selbst ein Rettungsschiff in das Mittelmeer zu schicken.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: EKD-Flüchtlingsschiff

 

Kampagne "Sicherer Hafen Baden-Württemberg"

Da die Situation in Lagern an europäischen Außengrenzen und auf dem Mittelmeer seit Jahren unerträglich ist, fordern die Seebrücke und der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg in einem offenen Brief an die Landesregierung Baden-Württembergs gemeinsam mit vielen weiteren Unterstützer*innen u.a. das Durchsetzen eines Landesaufnahmeprogramms, aktiven Einsatz für sichere Fluchtrouten und Bleibeperspektiven für Geflüchtete im Land.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Lasst uns Baden-Württemberg zum Sicheren Hafen machen!

 

Illegale Pushbacks von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer

Immer noch ist jedoch zu wenig passiert, um die Situation von Geflüchteten im Mittelmeerraum zu verbessern. Seit Monaten gibt es zudem Beweise dafür, dass die Europäische Grenzschutzagentur Frontex in sogenannte Pushbacks von Flüchtlingen verwickelt ist, die versucht hatten, nach Griechenland zu gelangen. Sie wurden offenbar teils Richtung Türkei abgedrängt, teils wieder aufs offene Meer zurückgeschleppt, obwohl sie schon an Land gelangt waren. Nach Völkerrecht hätte Frontex die Flüchtlinge im seeuntüchtigen Schlauchboot sofort retten müssen.

Mehr Informationen hier: https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/frontex-pushbacks-101.html

 

EU-Behörde ermittelt gegen Frontex

"Der Spiegel", "Bellingcat", "Lighthouse Reports" und auch die ARD hatten im vergangenen Jahr dokumentiert, dass  Frontex in der Ägäis in solche illegalen Rückführungen von Geflüchteten verwickelt ist. Noch Anfang Dezember bestritt Frontex-Direktor Leggeri diese Vorwürfe vor dem Justiz- und Innenausschuss des EU-Parlaments. "Wir haben keine Beweise dafür, dass bei unseren Einsätzen eine aktive, direkte oder indirekte Beteiligung von Frontex-Beamten an Pushbacks gegeben hat", sagte er damals.

Doch den investigativen Recherchen zufolge war Frontex seit April 2020 an mindestens sechs Pushbacks beteiligt. Nun ermittelt die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-frontex-ermittlungen-101.html