Online-Gottesdienst

Auf dieser Seite finden Sie den „Online-Gottesdienst” dieser Woche mit Liturgie und Predigt, sowie externe Links zu ähnlichen Internet-Angeboten. Die Online-Gottesdienste der vergangenen Wochen finden Sie im Archiv.

tägliche Andachten

  • add 19.30 Uhr: Läuten der Kirchenglocken und Aufstellen einer Kerze am Fenster

    Seit Beginn der Corona-Pandemie läuten jeden Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken in ganz Stuttgart.

    Nutzen Sie den Moment zur Besinnlichkeit in dieser unruhigen Zeit: Stellen Sie eine Kerze ans Fenster – sprechen Sie dazu ein Gebet und ein Vaterunser, oder äußern Sie einen Hoffnungswunsch!

  • add Zuffenhäuser Wort

    Zuffenhäuser Wort – tägliche Andacht aus der Kirchengemeinde Zuffenhausen

Online-Gottesdienst am 17. Januar 2021 (2. Sonntag nach Epiphanias)

  • add Glockenläuten
  • add Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude (EG-Wü 66)
  • add Wochenspruch

    „Von seiner Fülle haben wir alle genommen, Gnade um Gnade“ (Johannes 1, 16)

  • add Psalm

    Psalm 100

    Danket dem Herrn, lobet seinen Namen

    Jauchzet dem Herrn, alle Welt!
    Dienet dem Herrn mit Freuden,

    kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
    Erkennet, dass der Herr Gott ist!

    Er hat uns gemacht und nicht wir selbst
    zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

    Gehet zu seinen Toren ein mit Danken,
    zu seinen Vorhöfen mit Loben;
    danket ihm, lobet seinen Namen!

    Denn der Herr ist freundlich,
    und seine Gnade währet ewig
    und seine Wahrheit für und für.

  • add Eingangsgebet

    Uns und anderen,
    Gott,
    tut es gut,
    dein Wort zu hören,
    deine froh machende Botschaft,
    deine Einladung zum Leben.

    Du machst uns Mut
    – gegen alle Einwände,
    gegen alle Widerstände,
    gegen alle Zweifel –,
    zu glauben und zu hoffen,
    zu lieben und zu vertrauen und
    – dort, wo wir stehen –
    in deinem Namen
    für ein Leben in deinem Sinne einzutreten.

    Durch Jesus Christus,
    der uns trägt,
    wenn wir gegen den Strom
    der Macht und der Machenschaften schwimmen,
    und den Heiligen Geist,
    der uns davor bewahrt,
    im Meer der Massen und der Meinungen unterzugehen.
    Amen.

  • add Schriftlesung

    Jesaja 51,9 -16

    Israel ruft nach der Macht des Schöpfers

    9 Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des Herrn! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? 10 Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, dass die Erlösten hindurchgingen? 11 So werden die Erlösten des Herrn heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen.

    12 Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen, 13 und vergisst den Herrn, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat, und fürchtest dich ständig den ganzen Tag vor dem Grimm des Bedrängers, der darauf aus ist, dich zu verderben? Wo ist denn der Grimm des Bedrängers? 14 Der Gefangene wird eilends losgegeben, dass er nicht sterbe und begraben werde und dass er keinen Mangel an Brot habe. 15 Denn ich bin der Herr, dein Gott, der das Meer erregt, dass seine Wellen wüten – sein Name heißt Herr Zebaoth –; 16 ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen, auf dass ich den Himmel von Neuem ausbreite und die Erde gründe und zu Zion spreche: Du bist mein Volk.

  • add Christus ist König, jubelt laut (EG-WÜ 269)
  • add Predigt über Johannes 2,1-11, von Pfarrerin Simone Sander

    Predigttext Johannes 2,1-11

    Die Hochzeit zu Kana

    1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.

    3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß.

    7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

    12 Danach zog er hinab nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nur wenige Tage dort.

  • add Fürbitten / Vaterunser

    Gott,
    wie aus vielen Körnern Brot
    und aus vielen Trauben Wein entstehen kann,
    so kann aus vielen Menschen eure Gemeinschaft werden,
    in der einer den anderen braucht, unterstützt, achtet und schätzt.

    Wir bitten dich,
    hilf uns, Brücken zu bauen,
    aufeinander zuzugehen
    wie Eltern und Kinder,
    wie Brüder und Schwestern.

    Befreie uns
    von unserm Egoismus
    und unserer Angst, nicht genug zu bekommen.

    Bewahre uns
    vor Vorurteilen,
    vor einseitigem Denken und parteiischen Handeln.

    Behüte uns davor,
    einander zu überfordern,
    zu misstrauen und zu verletzen.

    Lass nicht zu,
    dass sich Gleichgültigkeit breitmacht,
    wo Mitgefühl gebraucht wird,
    und Oberflächlichkeit und Achtlosigkeit
    an die Stelle von Vertrauen und Hilfsbereitschaft treten.

    Mache uns offen
    für neue Ideen,
    für fremde Gedanken,
    für unbekannte Lebensweisen.

    Mache uns offen
    füreinander
    und lass uns zusammenwachsen
    zu einer Gemeinschaft,
    die deinem Namen Ehre macht.

    Darum bitten wir dich gemeinsam mit der ganzen Christenheit:

    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde dein Name.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe,
    wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute,
    und vergib uns unsre Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich
    und die Kraft
    und die Herrlichkeit
    in Ewigkeit.

    Amen.

  • add Opfer

    Da unsere Gottesdienste in beschränktem Rahmen stattfinden müssen, bitten wir Sie weiterhin um Ihr Gottesdienstopfer in Form einer Spende. Sie können – mit Angabe des Spendenzwecks – Ihre Gabe im Gemeindebüro oder den Pfarrämtern einwerfen und überweisen:

    Ev. Kirchengemeinde
    Verwendungszweck: Opfer 17. Januar 2021
    BW Bank
    DE65600501010002510701

    Das Opfer wird für die Kinderkirche in unserer Gemeinde erbeten.

    Herzlichen Dank für Ihre Gabe!

  • add In dir ist Freude (EG-Wü 398)
  • add Segen

    Gesegnet sei dein Weg,
    Tag für Tag, Schritt für Schritt.

    Gesegnet sei, was dir gelingt
    und wo du versagst.

    Gesegnet seien die Menschen,
    die dich glücklich machen.

    Gesegnet sei deine Arbeit und deine Ruhe.
    Gesegnet sei dein Weg.

    Tag für Tag, Schritt für Schritt.
    Gehe deinen Weg in Frieden.
    Gott geht mit Dir.
    Amen

    Klaus-Dieter Hägele

Online-Gottesdienst am 10. Januar 2021 (1. Sonntag nach Epiphanias)

  • add Glockenläuten
  • add Wochenspruch

    „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Römer 8,14).

  • add Psalm

    Psalm 116

    Der Herr tut dir Gutes

    Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
    denn der Herr tut dir Gutes.

    Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
    mein Auge von den Tränen,
    meinen Fuß vom Gleiten.

    Ich werde wandeln vor dem Herrn
    im Lande der Lebendigen.

    Wie soll ich dem Herrn vergelten
    all seine Wohltat, die er an mir tut?

    Ich will den Kelch des Heils erheben
    und des Herrn Namen anrufen.

    Dir will ich Dankopfer bringen
    und des Herrn Namen anrufen.

    Ich will meine Gelübde dem Herrn erfüllen
    vor all seinem Volk

    in den Vorhöfen am Hause des Herrn,
    in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja!

  • add Eingangsgebet

    Herr, unser Gott,
    das neue Jahr hat uns schon wieder eingespannt.
    Auch haben wir uns selbst wieder viel vorgenommen.
    Manchmal fühlen wir uns all dem jedoch nicht gewachsen.
    Es geht zu schnell, wächst uns über den Kopf.
    Wir kommen nicht nach, zu fühlen, zu denken, zu beten.

    Hilf uns deshalb, dass wir bei dir Ruhe finden.
    Lass uns spüren, dass du uns willst -
    und nicht unsere Leistungen.

    Herr, gib uns dein Recht –
    das Recht, in deiner Liebe zu leben.

    Komm du selbst jetzt zu uns.
    Erleuchte und bewege uns.
    Erfülle uns mit deinem Geist.
    Amen.

  • add Schriftlesung

    Matthäus 3,13-17

    Jesu Taufe

    13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s ihm zu.

    16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17 Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

    Bibelübersetzung: Lutherbibel 2017
    © www.die-bibel.de

  • add Predigt über Römer 12,1-8, von Pfarrer Thomas Mann

    Predigt über Röm 12,1-8, gehalten am 10.01.2021 in der Arche zu Stuttgart-Stammheim

    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und unserm Herrn Jesus Christus. Amen.

    Liebe Gemeinde,

    wenn Kinder eine Dummheit begangen haben, strafen Eltern sie nicht unbedingt gleich. Zunächst versuchen sie es, wie man so sagt, „im Guten“ – indem sie sie nämlich erst einmal ermahnen. Aber schon das Ermahnen ist ein Wort, das heutzutage eher negativ besetzt ist, sehen wir darin doch gleich einen drohend erhobenen Zeigefinger. Im Allgemeinen ist das Ermahnen eine ziemlich freudlose Angelegenheit für uns, so nötig sie im Einzelfall auch sein mag …
       Und damit sind wir beim Predigttext für den heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Er steht im Brief des Paulus an die Römer. Aus dem 12. Kapitel lese ich die Verse 1 – 8 – gleich eine ganze Handvoll Ermahnungen auch hier:

    „1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. 3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich‘s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat. 4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, 6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. 8 Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er‘s gern.“

    Paulus weiß: Unser Leben als Christinnen und Christen ist nie so, wie es sein sollte. Deshalb braucht es Ermahnungen, um an das erinnert zu werden, was wichtig und bestimmend für uns ist. Man kann sogar sagen: Nur wer selbst auf Mahnungen hört, ist wirklich glaubwürdig und kann auch andere ermahnen.
       Der Apostel schreibt seine Ermahnungen an ihm völlig unbekannte römische Gemeindeglieder, weshalb sie vielleicht etwas allgemein ausfallen mögen, aber dann doch wieder so allgemein, dass auch wir uns von ihnen angesprochen fühlen dürfen. So sollen wir unser ganzes Leben als ein Opfer betrachten, das wir Gott darbringen. Zumindest in unserem Land müssen wir – Gott sei Dank! – nicht mehr mit dem Leben für unseren Glauben einstehen, unser Leben „opfern“, um als wahre Christen zu gelten. Aber wir sollen anderes opfern - all das, was uns zu sehr mit dem Zeitgeist verbindet: Egoismus, Konsumgier, Rücksichtslosigkeit, Geltungssucht. Um gegen diese vermeintlichen Tugenden der Welt anzukämpfen, brauchen wir schon ein gehöriges Maß an Vernunft und vor allem Geduld. Doch was aus diesem Kampf gegen den Zeitgeist erwachsen kann, wissen wir auch: nämlich Bescheidenheit, Nächstenliebe, Hilfebereitschaft, Solidarität. Das ist es wohl, was Paulus mit dem Begriff „vernünftiger Gottesdienst“ zu beschreiben versucht. Dieser könnte uns Christen nämlich auszeichnen. Doch der Preis dafür ist hoch.
       „Stellt euch nicht dieser Welt gleich“, heißt es in unserem Predigttext weiter, „sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ – Eine solche Mahnung trifft tief. Uns der Welt gleich stellen, das große und schwierige Spiel des Lebens nach ihren Regeln spielen – tun wir das nicht immer und überall? Wird das nicht geradezu von uns gefordert, wenn wir nicht irgendwo auf einer einsamen Insel oder im Kloster leben wollen? Stellt euch nicht dieser Welt gleich! Ich denke, hier liegt eines der großen Glaubwürdigkeitsprobleme der christlichen Kirchen in der Gegenwart: Der Balanceakt zwischen gesellschaftlicher Anpassung einerseits und dem erforderlichen christlichen Eigenprofil andererseits, er glückt nur selten. Paulus jedenfalls zeigt für mich eine Schmerzgrenze unserer Profilsuche auf: Tanzt nicht ums goldene Kalb der öffentlichen Aufmerksamkeit! Zugegeben: Im Meinungsgewaber des Medienzeitalters ist die Stimme der Kirche keine besonders auffällige mehr. Aber die Menschen haben es andererseits langsam satt, mit schönen, aber leeren Verpackungen abgespeist zu werden. Sie wollen endlich wieder Inhalte sehen! Scheut euch deshalb nicht, auch die unbequemen und gesellschaftskritischen Positionen aus dem Glauben, aus Gottes Willen zu beziehen und dann auch öffentlich zu vertreten …
       Aber damit nicht genug! Im Folgenden fordert Paulus uns dazu auf, nicht mehr von uns zu halten als sich gehört. Auch diese Mahnung scheint an der heutigen Realität vorbeizugehen. Denn etwa für Vorstellungsgespräche wird ja geraten, möglichst dick aufzutragen, den künftigen Vorgesetzten zu blenden und dadurch mögliche Konkurrenten auszustechen. Die Methoden, sich auf Kosten anderer zu profilieren, sind inzwischen so verfeinert, dass viele Buchautoren gutes Geld damit verdienen. Und wenn Sie andererseits als Arbeitgeber für einen scheidenden Mitarbeiter ein Zeugnis zu schreiben haben, das nach geltendem Recht „wahr und wohlwollend“ sein muss, dann dürfen Sie dabei nicht im Klartext reden, sondern müssen sich geschönter Formulierungen, einer Art Geheimcode bedienen. Wenn man zum Beispiel sagen will, dass Herr X hinter jedem Rock in der Firma her war, dann klingt das in etwa so: „Gern bestätigen wir, dass Herr X für die Belange der Belegschaft stets ein gutes Einfühlungsvermögen besaß.“ Schönfärberei, Wichtigtuerei, Selbstüberschätzung und übersteigerte Geltungssucht scheinen einen im Leben immer weiter zu bringen – übrigens natürlich auch bei der Personalentwicklung in der Kirche!
       Was Paulus in unserem Predigttext als Bild von Kirche und Gemeinde zeichnet, kann einen schon verblüffen. Er benutzt hier ja den bekannten Vergleich vom einen Leib mit vielen Gliedern, wo vor allem nach unterschiedlichen Gaben gefragt wird. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Von dem harmonischen Miteinander der verschiedenen Glieder an einem Leib sind wir in vielen Kirchengemeinden oft weit entfernt. Einzelne Glieder haben ein Übermaß an Geschäften, andere scheint der Leib, zu dem sie gehören, gar nichts mehr anzugehen. Und die Gaben? Sie drohen weithin zu verkümmern, weil das Tagesgeschäft, die allgemeinen Erfordernisse unsere Füße nicht auf weiten Raum, sondern immer mehr in eine enge Teeküche stellen.
       Manchmal habe ich als Pfarrer einen Traum: Ich muss nicht länger eine eierlegende Wollmilchsau sein, also alles selber machen können, für alles zuständig sein. So könnte ich mich dann mehr auf das konzentrieren, was man im modernen Management Kernkompetenzen nennt: nämlich predigen, unterrichten und Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten. Alle anderen, zweifellos auch wichtigen Aufgaben würden dann von anderen – zum Beispiel von Gemeindegliedern - übernommen, die das nach ihren persönlichen Gaben viel besser können als ich. Das wäre motivierend! Ich weiß, es ist nur ein Traum, aber so stellt sich Paulus Kirche vor: Untereinander ist einer des andern Glied! Die Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen ist dabei übrigens gar nicht im Blick …
       Mahnungen sind also wirklich nicht angenehm, besonders dann nicht, wenn sie uns einen Spiegel vorhalten. Aber es ist trotzdem gut, dass wir mit gerade diesem Predigttext konfrontiert werden, erinnern uns die Worte des Paulus doch genau an das, worauf es in der Praxis unseres Glaubens und Christseins ankommt. Vieles muss uns wie ein unerfüllbares Ideal erscheinen, sind wir als Kirche und Gemeinde doch Teil dieser Gesellschaft, Teil dieser Welt. Dabei ist es durchaus wichtig, dass wir uns in die gesellschaftlichen Strukturen einfügen und auch mit einem gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein unseren Platz in der Öffentlichkeit zu behaupten suchen. Doch in all diesem ernst gemeinten Ringen dürfen wir die Worte des Apostels nicht aus den Ohren verlieren: Wir sollen uns eben nicht der Welt und ihren Gesetzen von Markt und Nachfrage, der Geltungssucht und Rücksichtslosigkeit, des hemmungslosen Egoismus und der immer wieder missbrauchten Freiheit gleich machen. Versuchen wir also, nicht nur mit dem Strom der Zeit zu schwimmen - dann können auch wir als Christinnen und Christen mit Glaubwürdigkeit unsere Kritik an den Zuständen der Welt vorbringen; dann werden die aus christlicher Verantwortung vorgetragenen Mahnungen auch ernst genommen. Denn als Christin oder Christ sich nicht der Welt gleich machen, das bedeutet ja noch lange nicht, überheblich auf die sündigen Menschen herabzuschauen. Wären wir so vollkommen und gut, dann müssten wir uns schließlich nicht mit den Paulusbriefen auseinandersetzen. Vielmehr brauchen wir ethische Maßstäbe, die unser Anderssein deutlich machen: Nächstenliebe, Verantwortungsbewusstsein, Bescheidenheit – das sind nur einige wenige Tugenden, die hier zu nennen sind. Ihnen nachzuleben, ist nicht leicht – aber gebe uns Gott die Gnade und die Kraft, dass wir unser Christsein öffentlich bewähren und den Mut finden, anders zu sein als die Welt.
       Liebe Gemeinde, es gibt einen Glauben, der sich von der Welt abwendet, und einen, der sich in der Welt verliert. Ein Glaube, der sich für die Welt mit aller Kraft und Liebe einsetzt, wäre am besten. Zwischen Weltflucht und Weltsucht hindurch versuchen wir unser Christsein als Gottesdienst und Weltdienst zugleich zu leben (Axel Kühner). Amen.

  • add Fürbitten / Vaterunser

    Heiliger Gott, uns zur Weisheit und zur Erkenntnis,
    uns zur Heiligung und zur Erlösung
    hast du deinen Sohn Jesus Christus gesandt,
    damit wir zum Leben mit dir finden in Zeit und Ewigkeit.
    Für uns und zu unserem Heil ist dies geschehen:
    ein Wunder vor unseren Augen!

    Dich bitten wir, Herr, um Augen des Glaubens:
    auf dass wir tiefer sehen und weiter und höher –
    und nicht bei Oberflächlichem bleiben.
    Lass uns Tiefgang entwickeln im Glauben,
    feste Wurzeln schlagen, Profil gewinnen und Position beziehen:
    gerade auch im Alltag der Welt!

    Dich bitten wir für die Menschen,
    die wurzellos geworden sind,
    die bisher keine Heimat im Glauben gefunden haben,
    die vielleicht getauft sind,
    aber von dir und vom Glauben an dich
    nichts oder nur wenig erwarten.

    Dich, Herr, bitten wir für alle Menschen,
    die nun nach den vielen Feiertagen die Arbeit wieder aufnehmen –
    für die Menschen auch, die lustlos ans Werk gehen,
    die unter dem Klima am Arbeitsplatz leiden
    und für die die Worte von der Weihnachtsfreude

    nur Sprechblasen sind.
    Misch du dich ein in ihr Leben – auch durch uns!

    Dich bitten wir, Herr, für die Menschen,
    die unter einem schweren Schicksal leiden,
    die mit dir hadern, deren Lebensgeister ausgewandert sind.
    Dir befehlen wir die Kranken, die Einsamen, die Traurigen –
    und andererseits auch die Glücklichen und Fröhlichen.
    Sieh du sie und uns alle gnädig an.
    Sei nicht fern mit deiner Hilfe,
    mit deiner Fürsorge,
    mit deinem Erbarmen!

    Dich bitten wir, dich loben wir, dich beten wir an –

    mit Jesu Worten:

    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde dein Name.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe,
    wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute,
    und vergib uns unsre Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich
    und die Kraft
    und die Herrlichkeit
    in Ewigkeit.

    Amen.

  • add Opfer

    Da unsere Gottesdienste in beschränktem Rahmen stattfinden müssen, bitten wir Sie weiterhin um Ihr Gottesdienstopfer in Form einer Spende. Sie können – mit Angabe des Spendenzwecks – Ihre Gabe im Gemeindebüro oder den Pfarrämtern einwerfen und überweisen:

    Ev. Kirchengemeinde
    Verwendungszweck: Opfer 10. Januar 2021
    BW Bank
    DE65600501010002510701

    Das Opfer wird für die Kirchenmusik in unserer Gemeinde erbeten.

    Herzlichen Dank für Ihre Gabe!

  • add Segen

    Segne die ersten Tage dieses Jahres,
    mein Gott,
    und die letzten.

    Meine Hände mögen segnen,
    was sie anfassen.
    Meine Ohren mögen segnen,
    was sie hören.
    Meine Augen mögen segnen,
    was ihnen begegnet.
    Mein Mund möge segnen
    mit jedem Wort.
    Meinen Nachbarn segne ich,
    und er möge mich segnen.

    Lass mich nicht aus den Augen,
    mein Gott,
    aus deinen Händen,
    aus deinem Ohr,
    aus deinem Herzen,
    an diesem Tag und alle Tage
    des Jahres, die kommen.
    Amen.

Externe Angebote